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Orte
Das Zentrum Kappadokiens
Geprägt von Vergangenheit und Gegenwart, das ist Göreme, das Zentrum von Kappadokien
Göreme ist ein Ort in Kappadokien in der Provinz Nevsehir in der Türkei. Der Ort hieß in byzantinischer Zeit Matiana, dann Avcilar, bis er in den 1980er Jahren aus touristischen Gründen in Göreme, ursprünglich eine Bezeichnung für das Gebiet der nahegelegenen Höhlenkirchen, umbenannt wurde.
Göreme liegt 10 km von Nevsehir entfernt in einem von Nevsehir, Ürgüp und Avanos gebildeten, von Tälern umgebenen Dreieck. Korama wird erstmals auf einem Dokument aus dem 6. Jh. erwähnt und dürfte die älteste Bezeichnung sein.
Aus dem Dokument geht hervor, dass St. Hieronymus gegen Ende des 3. Jh. in Korama geboren wurde und in Malatya mit dreißig Gleichgesinnten zusammen den Märtyrertod starb. Hier habe man ihm eine Hand abgeschnittten und seiner Mutter gesandt. Die Reliquie soll in einer Kirche in "Kadessame" bei Korama aufbewahrt sein. Leider konnte dieser Platz bis heute noch nicht gefunden werden. Eine große Freske, die den Hl. Hieronymus darstellt, ist in der Tokali-Kirche im Göreme-Freilichtmuseum zu sehen.
Unter römischer Herrschaft befand sich die Nekropole von Venessa (Avanos) in Göreme, wie heute als gesichert gilt. Sowohl das in einem Feenkamin eingehauene Grab mit zwei Säulen im Zentrum von Göreme , als auch die vielen Gräber in der Umgebung sprechen dafür.
Im frühen Mittelalter war Göreme für das Christentum von großer Bedeutung und vom 11. bis 13. Jh. ein Mokissos (in der Nähe von Aksaray) unterstellter Bischofssitz. Leider finden sich in den zahlreichen Kirchen und Klöster von Göreme nur sehr wenige Angaben zu Bauzeit, so dass die Datierung anhand architektonischer Besonderheiten und des Stils der Fresken vorgenommen werden mussten.
Der Ort ist Zentrum des Nationalparks Göreme, der zusammen mit anderen Felsendenkmalen von Kappadokien seit 1985 zum Weltkultur- und Naturerbe gehört. Geprägt wird die Landschaft um Göreme durch markante Tuffsteinformationen, die teilweise ausgehöhlt sind: die so genannten Feenkamine (englisch: fairy chimney, türkisc: peri bacalari), für die diese Region vor allem touristisch bekannt ist.
Heute wird Göreme von Menschen aus aller Welt besucht und bestaunt. Kleine Pensionen, gemütlich und familiär, Hotels von einfach bis luxseriös, liebevoll eingerichtete Restaurants bieten den Besuchern traditionelle türkische Küche. Göreme bietet eine gute Auswahl für einen unvergesslichen Aufenthalt in Kappadokien.
Entstehung
Tuffgestein unterschiedlicher Härte bildet die Basis für diese Landschaft: Vulkanausbrüche und Wasserläufe formten im Laufe mehrerer Millionen Jahre die typischen Gebilde heraus, die man heute kennt.
Die ersten Christen nutzten sie, um in Abgeschiedenheit ein andächtiges Leben führen zu können, aber vor allem als Versteck vor ihren Feinden (Perser, Römer, Araber, Mongolen...). Sie legten nicht nur Kirchen und Kapellen an, die ins Gestein gearbeitet wurden, sondern ganze Wohnanlagen für mehrere tausend Menschen: Zum Teil bis zu 10 Stockwerke tief, ermöglichten Einrichtungen wie Küchen, Lager, Schlafräume und sogar Tierställe und Leichenhallen samt Lüftungsschächten einigermaßen komfortable Lebensumstände.
Ein weiterer Vorteil bot das Wohnen in Tuffgestein bezüglich der Witterung: Im Sommer hält es kühl, im Winter kühlt es nicht so stark aus. Die Gänge konnten gegebenenfalls mit großen mühlsteinartigen Steinen versperrt werden. Man vermutet bis zu 100 Anlagen, die auch untereinander verbunden sind. "Derinkuyu" ist die größte der touristisch erschlossenen Anlagen und beherbergte wohl um die 10.000 Menschen.
Textquellen: Wikipedia unter GNU Lizenz und Ministerium für Kultur und Tourismus überarbeitet von Peter Kaiser
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