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Allgemeines
Bekannte Höhlenkirchen in Kappadokien
Eine Höhlenkirche in Kappadokien
Freilichtmuseum Göreme
Eine Felsformation 2 km östlich der Provinzstadt Göreme, 13 km von Nevsehir entfernt wird als das eigentliche Museum betrachtet.
Göreme weist vom 4. Jh. n. Chr. bis zum 13. Jh. n. Chr. ein sehr verbreitetes Klosterleben auf. Fast in jedem Felsblok befinden sich Kirchen, Kapellen, Essens- und Wohnräumlichkeiten.
Das heutige Freilichtmuseum Göreme war Ausgangspunkt für diese Art des Erziehungssystemes. Erst später wiesen auch Soganli, Ihlara, Açiksaray diese Art des Erziehungssystemes auf.
Die Kirchen wurden auf zwei verschiedene Arten bemalt. Die eine Art besteht darin, dass die Felsoberfläche geglättet und dann bemalt wurde. Die zweite Art besteht in der Freskentechnik auf dem Fels. Die Themen dieser Bilder stellen gewöhnlich Szenen aus dem Leben Christi dar und stimmen mit den großen liturgischen Festen überein (Weihnachten, Ostern und Pfingsten). Im Freilichtmuseum Göreme befinden sich außerdem ein Frauen- und Männerkloster, die St. Basil Kapelle, die Elmali Kirche, Kirche der Hl. Barbara, Yilanli Kirche, Karanlik Kirche, Çarikli Kirche und Tokali Kirche.
Frauen- und Männerkloster
Der 6 – 7 stöckige Felsblock links des Museumseinganges ist als Frauenkloster bekannt. Darin können im ersten Stock der Speiseraum, die Küche, einige Zimmer, im zweiten Stock die eingebrochene Kapelle besichtigt werden. Die im dritten Stock befindliche Kirche, die durch einen Tunnel erreicht wird, weist eine diagonale Kuppel, vier Säle und drei Abszissen auf. Der Giebel der Hauptabszisse ist im Vergleich zu den anderen Kirchen von Göreme sehr unterschiedlich. Neben der Jesusfreske, die in der Kirche direkt auf Fels gemalt wurde sind rote Verzierungen zu sehen. Die Verbindung unter den Etagen des Klosters wird durch Tunnels gewährleistet. In gefährlichen Situationen konnten diese Tunnels geschlossen werden, wobei wie in den unterirdischen Städten „sürgü taslari“ (Steine zum Verriegeln) verwendet wurden. Im rechtsgelegenen Männerkloster sind aufgrund der Erosionen die Verbindungen zu den verschiedenen Etagen verschlossen, sodass nur einige Räume des Eingangstockes besichtigt werden können.
St. Basil Kapelle
Diese Kapelle befindet sich am Eingang des Freilichtmuseums Göreme. Hier befinden sich durch Säulen abgetrennte Grabhöhlen. Sie ist viereckig gebaut und besitzt drei Abszissen mit einer Art Wiegengewölbe. Die Kirche wird auf das 11. Jh. datiert.
Malereien: An der Hauptabszisse befindet sich ein Jesusportrait, an der Vorderseite ist Maria mit dem Jesuskind, an der Nordwand der Hl. Theodor auf dem Pferd, auf der Südwand der mit den Drachen kämpfende Heilige Georg auf dem Pferd sowie der Hl. Demetrius und Abbildungen zweier weiterer Heiliger zu sehen.
Elmali Kirche
Die aus drei Abszissen bestehende Elmali Kirche ( Kirche mit dem Apfel) ist eine griechische Kreuzkuppelkirche mit neun Kuppeln und vier Säulen. Der eigentliche Eingang der Kirche befindet sich auf der südlichen Seite, allerdings kann diese auch durch einen Tunnel im Norden betreten werden.
Die Verzierungen der Elmali Kirche bestehen wie bei der Hl. Basil Kapelle und der Kirche der Hl. Barbara aus einem mit roter Farbe direkt auf die Wand gemaltem Kreuz und geometrischen Motiven. Sie wird mit Mitte des 11. Beginn des 12. Jh.s datiert.
Malereien: Unter anderem befinden sich hier Szenen wie die Geburt Jesus, Anbetung der Hl. Drei Könige, Taufe, Wiedererweckung des Lazarus’, die Verwandlung von Wasser zu Wein, Ankunft in Jerusalem, das Letzte Abendmahl, die Verleumdung des Judas, Jesus auf dem Weg nach Golgota, am Kreuz, die Beerdigung, der Abstieg in die Hölle, die drei Frauen vor dem leeren Grabmal, Christi Himmelfahrt und Abbildungen von Heiligen. Ansonsten werden die Bewirtung Abrahams aus der Szene des Alten Testamentes sowie die Verbrennung dreier junger Juden dargestellt.
Kapelle der Hl. Barbara
Diese Kapelle befindet sich direkt hinter dem Felsblock der Elmali Kirche. Das Kirchenschiff besteht aus einem Kreuz und zwei Säulen; der westliche, nördliche und südliche Arm der Kirche weist ein Gwölbe auf; das Zentrum eine Kuppel, der östliche Arm der Kirche und zwei weitere Ecken im östlichen Teil weisen ebenfalls eine Kuppel auf. Darüberhinaus besitzt sie eine Haupt- und zwei Nebenabszisse.
Die Motive sind mit roter Farbe direkt auf den Felsen gemalt. An den Wänden und der Kuppel befinden sich reiche geometrische Motive, Tiere aus der Mythologie und militärische Symbole. Ansonaten befinden sich an den Wänden Motive, die durch Steine eingeritzt sind. Die Kirche wird auf die zweite Hälfte des 11. Jh.s datiert.
Malereien: An der Hauptabsizze befindet sich der gekreuzigte Christus, im nördlichen Arm der mit den Drachen kämpfende Hl. Georg auf dem Pferd und der Hl. Theodor, im westlichen Kirchenarm die Abbildung der Hl. Barbara.
Yilanli Kirche - Kirche des Hl. Onuphrius
Die Yilanli Kirche (Kirche der Schlangen) befindet sich nördlich des Einganges des Freilichtmuseums. Der Hauptteil der Kirche besitzt einen viereckigen Grundriss und verfügt über ein Gewölbe. Der Zusatzteil der Kirche im Süden, in dem sich die Gräber befinden, hat eine gerade Decke. Die Abszisse ist in die linke lange Wand gehöhlt, doch wurde die Kirche nicht fertiggestellt.
Das Besondere an dieser Kirche, von dem sie auch ihren Namen hat, sind die faszinierenden Fresken, die die von Schlangen umschlungenen Verdammten darstellen. Auf beiden Seiten des Gewölbes befinden sich Zeichnungen von Heiligen, die in Kapadokien geehrt werden. Die Kirche wird dem 11. Jh. zugeordnet.
Malereien: Gegenüber des Einganges befindet sich ein Bild Jesus, der in seinen Händen eine Bibel hält, daneben das Bild des Erbauers der Kirche, im östlichen Teil des Gewölbes das Bild des Hl. Onesimus, der mit dem Drachen kämpfende Hl. Georg und der Hl. Theodor, die das Kreuz tragende Kaiserin Helene mit ihrem Sohn Kaiser Konstantin, im westlichen Teil des Gewölbes wird der nackte, langhaarige und den Unterleib mit einem Palmenblatt bedeckende Hl. Onuphrius dargestellt, daneben der Hl. Thomas in verehrender Haltung sowie der Hl. Basilius mit einem Buch in der Hand.
Im 1. Jh. n. Chr. lebten in der ägyptischen Wüste Menschen, die sich selbst als „Hermiten“ bezeichneten, sich der Religion hingaben und ein Einsiedlerleben führten. Der letzte Hermit, der Hl. Paphnutius, besuchte im 4. Jh. n. Chr. die ägyptische Wüste, um deren Leben und Lebensstil zu ergründen. Dabei traf er auf den Hl. Onuphrius, nach dem die Kirche auch benannt wurde. Der Hl. Paphnutius stand dem Hl. Onuphrius bei seinem Tode bei; denn er war das beste Beispiel an Tugend. In den Darstellungen wird der Hl. Onuphrius nackt, langhaarig, von grober Gestalt und mit einem Palmenblatt an seinem Unterleib bedeckt gezeigt.
Speisekammer / Küche / Speiseraum
Dies sind drei eigene nebeneinander befindliche Abschnitte, die miteinander verbunden sind. Im ersten Bereich, der als Speisekammer verwendet wurde, befinden sich Aushöhlungen, in denen Nahrungsmittel verstaut wurden. In der Küche befindet sich der sogenannte "tandir" (Backofen; in den Erdboden eingelassene Backvorrichtung aus Ton in Form eines Kruges über einem Feuer), der nach wie vor in der Umgebung verwendet wird. Im letzten Abschnitt nimmt der Speiseraum seinen Platz ein. Links des Einganges befinden sich ein Steintisch und Steinsitzreihen, an denen ca. 40 – 50 Personen Platz fanden. Rechts vom Tisch befindet sich eine Art Weinpresse, mit der die Weintrauben ausgepresst wurde.
Karanlik Kirche
Durch eine Wendeltreppe im Norden ist das angeschlossene viereckige, gewölbenhafte Narthex (Vorhalle) zu erreichen. Südlich des Narthex befindet sich eine Grabstätte. Die Kirche ist eine Kreuzkuppelkirche, besitzt vier Säulen und drei Abszissen.
Der Grund für die Benennung als Karanlik Kirche (Dunkle Kirche) liegt darin, dass sich im Narthex nur ein kleines Fenster befindet, durch das sehr wenig Licht eindringt. Aus diesem Grunde sind die Farben der Fresken ziemlich lebendig.
Die Kirche und Narthex sind mit reichhaltigen Wandgemälden geschmückt, die auf Szenen aus der Bibel und auf das Leben Jesus hinweisen. Ebenso wie in der Elmali Kirche und der Çarikli Kirche wurden auch hier Szenen aus dem Alten und neuen Testament dargestellt. Die Kirche wird dem Ende des 11. Beginn des 12. Jh.s zugeordnet.
Deckenbemalung in der "Dunklen Kirche"
Malereien: Zu sehen sind Fresken bezüglich der Botschaft der Geburt Jesus an Maria, Reise nach Bethlehem von Maria und Joseph, Geburt Jesu, Anbetung der Drei Waisen, Taufe, Lazarus’ Auferstehung, Verwandlung von Wasser zu Wein, Einzug nach Jerusalem, letztes Abendmahl, Verläumdung des Judas, Jesus am Kreuz, Abstieg Jesus’ in die Hölle, Frauen vor dem leeren Grab, Christi Himmelfahrt, die Bewirtung Abrahams aus der Szene des Alten Testamentes, die Verbrennung dreier Juden sowie verschiedene Heilige.
Kapelle der Hl. Katharina
Diese Kapelle befindet sich zwischen der Karanlik und der Çarikli Kirche. Sowohl der Narthex (Vorhalle) als auch das Naos (innerer Bereich) haben einen Kreuzkuppelplan. Die Kreuzflügel sind gewölbt und mit Abszissen versehen. Am Grunde des Narthex befinden sich neun Grabstätten, in den Wänden befinden sich zwei Grabnischen. Figuren, die mit geometrischen Verzierungen ausgeschmückt sind, sieht man nur im Naos der Kapelle. Die Kapelle wird dem 11. Jh. zugeordnet.
Malereien: Die Kirchenväter (Gregory, Basilius, John Chrysostom), der Hl. Georg auf dem Pferd, der Hl. Theodor, die Hl. Katharina sowie andere Heilige.
Carikli Kirche
Die Carikli Kirche (Kirche mit den Sandalen) weist zwei Säulen (die weiteren Säulen sind in die Wandecken eingebaut), ein diagonales Gewölbe, drei Abszissen und vier Kuppeln auf. In den Fresken sind das Leben Jesus’, die Bewirtung Abrahams aus der Szene des Alten Testamentes, Heilige und Kirchenväter gut hervorgehoben. Sie ähnelt der Elmali und der Karanlik Kirche. Weitere Besonderheiten sind die Darstellungen des gekreuzigten Christus. Die Figuren sind im allgemeinen groß und lang dargestellt.
Aufgrund zweier Fußabdrücke am Boden unter der Himmelfahrtszene ist die Kirche benannt worden, die Nachbildungen der Fußabdrücke der Himmelfahrtskirche in Jerusalem sein sollen. Die Kirche wird dem Ende des 12. Beginn des 13. Jh.s zugeordnet.
In der Mitte der Hauptkuppel wird der gekreuzigte Jesus dargestellt. Darstellungen an den Abszissen sind die Mutter Maria mit dem Jesuskind sowie der Engel Michael.
Malereien: Unter anderem werden die Geburt, die Anbetung der Drei Weisen, die Taufe, die Wiederauferstehung Lazarus’, die Verwandlung von Wasser zu Wein, die Ankunft in Jerusalem, die Verleumdung durch Judas, Frauen vor dem leeren Grabmal, die Christi Himmelfahrt sowie andere Heilige dargestellt.
Tokali Kirche
Die Tokali Kirche (Kirche mit Schnallen) ist die älteste Höhlenkirche der Region. Sie besteht aus vier Teilen, die Tek Nefli Eski Kilise (Alte Kirche mit einem Nef (eingehöhlter Halbbogen)), Yeni Kilise (Neue Kirche), der Kirche unter der Eski Kirche sowie der Yan Sapel (Seitenkapelle) nördlich der Yeni Kirche.
Die Eski Kirche wird mit dem Beginn des 10. Jh.s datiert und ist in Form des Eingangsbereiches der heutigen Yeni Kirche mit einem Nef versehen und besitzt ein Gewölbe. Während der Ergänzung durch die Yeni Kirche im östlichen Teil wurde die Abszisse gänzlich zerstört. Die Szenen befinden sich am Gewölbe und an den oberen Bereichen der Wände. Die Darstellungen aus dem Leben Jesus’ sind getrennt, wobei die Szenen vom rechten Flügel zum linken Flügel hin in chronologischer Reihenfolge zu sehen sind.
Malereien: In der Mitte des Gewölbes befinden sich ein Heiligengemälde, am obersten Bild des rechten Flügels die Botschaft an Maria durch einen Traum, der Besuch des Engels, der Nachweis der Jungfräulichkeit, die Reise nach Bethlehem, die Geburt des Jesuskindes, am obersten Abschnitt des linken Flügels die Anbetung der drei Weisen, Ermordung der unschuldigen Kinder, Flucht nach Ägypten, Übergabe Jesus’ an den Tempel, Ermordung des Zacharias', am mittleren Abschnitt des rechten Flügels die Verfolgung Elisabeths, Beauftragung Johannes d. Täufers, die Prophezeiungen Johannes d. Täufers, das Treffen Jesus’ mit Johannes d. Täufer, die Taufe, am mittleren Abschnitt des linken Flügels die Verwandlung von Wasser zu Weine, die wunderbare Vermehrung von Brot und Fischen, die Beauftragung der Apostel, die Heilung eines Blinden, die Wiederauferstehung des Lazarus’, am untersten Abschnitt des rechten Flügels die Ankunft in Jerusalem, das Letzte Abendmahl, die Verleumdung duch Judas, Jesus vor Pilatus, auf dem untersten Abschnitt des linken Flügels Jesus mit dem Kreuz auf dem Weg nach Golgotha, der Gehreuzigte, die Abnahme und Beerdigung, Frauen vor dem leeren Grab, der Abstieg Jesus’ in die Hölle und die Christi Himmelfahrt. Unter diesem Abschnitt finden sich auch Abbildungen von Heiligen. Über dem Eingang nimmt die Szene mit dem Pfingstwunder ihren Platz ein.
Die Yeni Kilise besitzt einen viereckigen Plan und ein einfaches Gewölbe. An der östlichen Wand sind vier Säulen miteinander verbunden. Hinter den Säulen befindet sich etwas erhöht ein Korridor, an dessen Ende sich die drei Abszissen, eine Haupt- und zwei Nebenabszissen befinden. In der gewölbten Nef wird in chronologischer Reihenfolge der Lebenszyklus Jesus’ dargestellt, wobei vorwiegend rote und blaue Farben verwendet wurden. Die Verwendung dieser dunklen blauen Farbe ist die wichtigste Besonderheit, die die Tokali Kirche von den anderen Kirchen unterscheidet.
An der Breitwand der Nefte nehmen unterschiedliche Szenen ihren Platz ein, wie das Leben des Hl. Basilius, die Darstellungen unterschiedlicher Heiliger und viele Abbildungen der Wundertaten Jesus’. Die Kirche wird auf das Ende des 10. bzw. Anfang des 11. Jh.s datiert.
Am nördlichen Flügel des Gewölbes werden die Botschaft an Maria, der Besuch des Engels, der Beweis der Jungfräulichkeit, die Geburt und die Anbetung der Drei Weisen dargestellt, an der nördlichen Wand des Gewölbes der erste Traum Josephs, die Reise nach Bethlehem, darunter befinden sich in den Nischen die Abbildungen acht Heiliger, darunter die Darstellung der Beauftragung Johannes d. Täufers, Beauftragung der Apostel und die Hochzeit in Kanaan. Am westlichen Flügel können die Flucht nach Ägypten, Versuchung Jesus’ und Jesus mit 12 Jahren im Tempel verfolgt werden. Im Zentrum des Gewölbes sind die Christi Himmelfahrt und das Pfingstwunder zu sehen. Am südlichen Flügel des Gewölbes befinden sich die ersen Diakone, unbekannte Engel, in den unteren Nischen werden Heiligenabbildungen dargestellt, darunter die Heilung des Sohnes des reichen Mannes, Heilung des Gelähmten, Wiederauferstehung Lazarus’, Ankunft in Jerusalem und das letzte Abendmahl. Am westlichen Flügel wird die Fußwaschung dargestellt, an der Hauptabszisse die Kreuzigung Jesus’, Abnahme vom Kreuz, Frauen vor dem leeren Grab, Höllenfahrt Jesus’, an der Vorderseite der Hauptabszisse die ersten Diakone, in der Nische die Mutter Maria mit dem Jesuskind. An der nördlichen Abszisse finden sich Darstellungen der Propheten und Engel.
Die Höhlenstätten Pasabaglari und Zelve
Die Höhlenstätte Zelve ist am besten aus 1 km Entferntung zu sehen. Hier befinden sich eine Kapelle, die im Namen des Hl. Simon erbaut wurde, und einige Felsenhöhlen. Um dieses Gebiet zugänglich zu machen wurden Planungen zur Umweltgestaltung durchgeführt.
Hinter Pasabaglari, zwei Kilometer einwärts der Straße Göreme – Avanos gelegen, bildet die aus drei Tälern bestehende Zelver Höhlenstätte jene Gegend mit den meisten Tuffsteingewölben. Es war im 9. und 13. Jh. der wichtigste Siedlungsort und ein religiöses Zentrum der Christen. Auch wurden die ersten religiösen Seminare der Priester hier abgehalten. Die wichtigsten Kirchen dieser Region sind die Balikli Kirche, die Üzümlü Kirche und die Geyikli Kirche.
In diesem bis zum Jahre 1952 besiedeltem Tal findet man zahlreiche Kirchen, Wohngebiete, Tunnels und Mühlen.
Die Cavusin Kirche
Diese Kirche liegt 2,5 km von Göreme entfernt am Rande der Straßenverbindung Göreme – Avanos. Sie besteht aus einem Nef (Form eines in die Wand eingehöhlten Halbbogens), einem Gewölbe und drei Abszissen, die Narthex (Vorhalle) ist zerfallen.
Die Kirche, die im Namen des Kaisers Nicephorus Phocas erbaut wurde, wird auf die Jahre 964 – 965 datiert. Die Darstellungen in der Kirche behandeln ebenso wie die übrigen Höhlenkirchen Bibelszenen und das Leben Jesus.
Die Höhlen von Aciksaray
Diese liegen 3 km von Gülsehir entfernt und stellen mit ihren unzähligen Räumlichkeiten und Kirchen ein wichtiges Höhlengebiet dar. Sie werden auf das 9. – 10. Jh. datiert. Die in diesem Gebiet pilzartig geformten Tuffgesteine sind nur in dieser Region Kapadokiens zu sehen.
Kirche des Hl. Johannes
Diese Kirche befindet sich am Eingang von Gülsehir und besteht aus zwei Stockwerken. Im untersten Stock sind Weinkammern, Wasserkanäle und Grabmäler zu finden. Der obere Stock stellt die Kirche dar, deren Wände mit Szenen aus der Bibel geschmückt sind. Nach der Restaurierung durch den Archäologen Ridvan Isler im Jahre 1995 kann sie in ihrem heutigen Zustand besichtigt werden.
Die Bibelszenen und das Leben Jesus’ sind in chronologischer Folge in Fresken dargestellt. Dabei wurden auf einem schwarzen Untergrund gelbe und bräunliche Farben verwendet. Im Gewölbe und den Flügeln stößt man auf pflanzliche und geometrische Motive. Auf der westlichen und südlichen Wand nimmt die Szene der letzten Anklage zur Verurteilung Jesus' Raum ein, welche in anderen Kirchen der Region Kapadokiens kaum dargestellt wurde. Der Inschrift in der Abszisse zufolge kann die Kirche mit dem Jahre 1212 datiert werden.
Textquelle: Ministerium für Kultur und Tourismus, überarbeitet von Peter Kaiser