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Allgemeines
Ein Kurzportrait über das Gebiet Kappadokien
In Kappadokien scheint die Zeit stehen geblieben zu sein
Der Weg nach Nevsehir und Kappadokien führt über Hacibektas, wo Haci Bektas Veli im 14. Jh. gelebt und seinen Bektas Sufi Orden gegründet hat. Die Derwische, die den Lehren der Sekte hinsichtlich Nächstenliebe und Humanität folgten, waren in einem Kloster mit Mausoleum und Moschee untergebracht, heute ein Museum. Onyx, der in dieser Region viel vorkommt, wurde von Anhängern dieses Ordens abgebaut und bearbeitet. und, heißt auch " Haci Bektas" Stein. In der Stadt findet man viele Onyx-Andenken. Die Exponate der Museen für Archäologie und Ethnologie, sind interessant und sehenswert.
Bei der Provinzhauptstadt Nevsehir fährt man in Kappadokien ein. Historische Bauten der Stadt sind eine Seldschukenburg auf der höchsten Erhebung der Stadt und die im Namen des Großwesirs Damat Ibrahim Pascha gebaute Kursunlu-Moschee. Die Moschee ist. Teil eines Komplexes mit Medresse, Hospiz und Bibliothek. Der Brunnen im Hof trägt eine Inschrift. Das Nevsehir-Museum beinhaltet regionale Funde.
Durch Ausbrüche der Vulkane Erciyes (3916 m) und Hasan (3268 m) vor drei Millionen Jahren wurde die ganze Nevsehir-Hochebene mit Tuff bedeckt, einem weichen Stein aus Lava, Asche und Schlamm. Wind und Regen haben daraus eine surrealistisch anmutende Felsenlandschaft geschaffen, deren Farben von leuchtendem Rot über gelbe und ockerfarbene Töne bis zum Grau-Grün reichen. Der Nationalpark Göreme ist eine der seltenen Regionen der Welt, die der Mensch in Einklang mit der Natur geformt hat. Die ersten Wohnstätten sind etwa um 4000 v. Chr. in die Felsen gehöhlt worden. Die frühen Christen, später die Byzantiner haben Felsenklöster und -kapellen hinzugefügt, die mit herrlichen Fresken geschmückt sind.
Ein lebendiges Touristenzentrum am Fuß eines von alten Wohnstätten durchlöcherten Felsens ist Ürgüp und gleichzeitig Ausgangspunkt für Kappadokientouren. In Ürgüp gibt es eine große Auswahl an Teppichen und Kelims. Die Verkäufer freuen sich immer über Ihren Besuch- egal, ob Sie etwas kaufen oder nicht - und laden Sie gerne zu einem Glas Wein oder Tee ein. Wenn Sie von der Rundfahrt und dem Einkaufsbummel noch nicht müde sind, können Sie sich noch in einer Diskothek vergnügen. Ürgüp liegt in einer bekannten Weinregion und veranstaltet jedes Jahr im Oktober ein internationales Weinfest, bei dem die besten Weine prämiert werden.
Südlich von Ürgüp liegt das Pancarlik- Tal mit einer Kirche aus dem 12. Jh. mit wunderschönen Fresken. Auf Kepez mit einer Kirche aus dem 10. Jh. folgt Mustafapasa (Sinasos), wo alte Steinhäuser mit gemeißelten und dekorierten Fassaden die Erinnerung an die griechische Vergangenheit wachrufen. Die Einheimischen produzieren einen hervorragenden Wein und können sich einer der ersten Bibliotheken der Republikzeit rühmen. Hinter dem Dorf Cemil führt ein Pfad ins Keslik-Tal mit einen Klosterkomplex und den Freskenverzierten Kirchen Kara und Meyvali.
In Taskinpasa können eine Karamanen-Moschee aus dem 14. Jh. ein Gräber-komplex und die Überreste eines Medressentores am Rande der Stadt bewundert werden. Das nächste Ort heißt Sahin-efendi. 500 m östlich davon steht die Freskengeschmückte Kirksehitler- Kirche aus dem 12. Jh. Soganli, 50 km südlich von Ürgüp, ist ein Tal wie aus einem Bilderbuch mit unzähligen Kapellen, Kirchen, Häusern und Grabstätten aus der Zeit vom 8. bis zum 13. Jh., anhand derer man deutlich die Entwicklung der byzant-inischen Freskenmalerei verfolgen kann.
4 km nördlich von Ürgüp erstreckt sich das Devrent-Tal, wo Wind und Wetter den Stein zu den berühmten "Feenkaminen" geformt haben. 2 km westlich befindet sich das Catalkaya- Tal, wo die Feenkamine eine originelle Pilzform aufweisen und zum Wahrzeichen der Stadt wurden.
Das Göreme-Freilichtmuseum, ein Komplex aus Freskenverzierten Felsenkirchen und -kapellen, ist eine der bekanntesten Gegenden der Zentraltürkei. Die meisten Bauwerke stammen aus dem 10. und 13. Jh. von den Byzantinern. Sie haben einen kreuzförmigen Grundriss und eine Zentralkuppel, die von vier Säulen getragen wird. In einigen Kirchen befinden sich Gräber. Zu den bekanntesten Göreme-Kirchen zählen die Elmali (Apfel)- Kirche, die kleinste und jüngste der Gruppe; die Yilanli (Schlangen)-Kirche, deren Fresken die Verdammten Seelen umringt von Schlangen aufzeigen, die Barbara- und die Carikli (Sandalen)-Kirche. Etwas abseits liegt die Tokali-Kilise oder Schnallenkirche, deren Wände mit Szenen aus dem Neuen Wände mit Szenen aus dem Neuen Testament geschmückt sind.
Hier geht's zu den Höhlenkirchen
Göreme ist umringt von Felsen und Feenkaminen. Manche Cafes, Restaurants und Gästehäuser wurden ebenfalls in den Felsen gebaut, ebenso Teppich- und Andenkengeschäfte. Wenn Sie Göreme verlassen, kommen Sie in eines der schönsten Täler der Gegend. Phantastische Felsenformationen ragen überall empor. Vom Hügel mit der Uchisar-Festung aus gesehen, dehnt sich das ganze Wunderland zu Ihren Füßen aus. Teppiche und Kelims können in den kleinen Läden, die sich in den engen Gassen Uchisars aneinanderdrängen, erstaunt werden.
In Cavusin hinter Göreme steht ein Johanneskloster mit drei Apsiden. Im Ort befinden sich neben Kapellen und Kirchen auch Wohnstätten in den Felsen. An der Straße von Cavusin nach Zelve stehen viele Feenkamine. leider ist ein Besuch der Felsenkirchen etwas gefährlich, da die einzigen Wege dorthin schon stark von der Erosion in Mitleidenschaft gezogen sind.
Die liebenswerte Stadt Avanos am Kizilirmak weist noch viele Häuser im einheimischen Architekturstil auf und ist bekannt für ihre handwerklichen Künste. Jeden August findet in der Stadt ein Kunst- und Tourismusfestival in einer schöpferischen und freundschaftlichen Atmosphäre statt. Die Töpferei ist das traditionelle und am meisten ausgeübte Handwerk im Gebiet. Man kann sich auch an der Drehscheibe selber ein Gefäß formen. Teppich Knüpferei ist auch sehr verbreitet. Südlich von Avanos liegt die seldschukische Sarihan- Karawanserei.
Auf dem Weg von Nevsehir nach Ürgüp können Sie Ortahisar und seine Felsenfestung besichtigen. Die Kirchen im Balkan-Tal gehören zu den ältesten der Region. In benachbarten Hallac-Tal steht das Hallac-Kloster mit Fresken aus dem 10. und 11. Jh. Im Norden von Ortahisar ist das Kizilcukur- Tal besonders bei Sonnenuntergang atemberaubend schön. Im Tal befindet sich die Üzümlü (Trauben)-Kirche aus dem 9.Jh.
Die unterirdischen Städte Kaymakli, Mazi, Derinkuyu und Özkonak boten den Christen besonders im 7. Jh. Zuflucht vor ihren Verfolgern. In diesen sicheren Verstecken sind sie römischen Verfolgern ebenso wie arabischen Invasoren und byzantinischen Bilderstürmern entkommen. Diese Städte waren mit allen Erforderlichkeiten des täglichen Lebens - Vorratslager, Tierställe, Schlafräume, Gemeinschaftsküchen, Andachtsstätten usw.- sowie einer hervorragendem Belüftungsanlage und einem interessanten Kommunikationssystem ausgerüstet. Heutzutage sind in einigen unterirdischen Städten mehrere Etagen freigelegt und beleuchtet worden und können besichtigt werden. Der Besuch einer unterirdischen Stadt ist der Höhepunkt jeder Kappadokien - Reise.
In Gülsehir südwestlich von Avanos sind in eine Felswand hethitische Reliefs eingemeißelt. In der Nähe von Gökcetepe steht ein Zeusrelief. Südlich von Nevsehir führt der Weg zu einer Johannes-Kirche aus dem 13. Jahrhundert. Danach kommt Aciksaray, ebenfalls mit Felsenkirchen und -wohnungen.
Kayseri, das römische Caesarea, dehnt sich am Fuße des Erciyes (3916 m), einem erloschenen Vulkan und bekannten Wintersportzentrum mit guten Hotels und Abfahrten, aus. In der Nähe der byzantinischen Festung entstand der erste Seldschukenkomplex in Anatolien mit der Huant Hatun-Moschee und Medresse (letztere ist heute das archäologische Museum) und der Mahperi Hatun- Türbe aus dem 13. Jh. Südlich des Komplexes befindet sich das Döner Kümbet von 1276, ein seldschukisches Mausoleum von klassischer Schlichtheit. Kayseri war unter den Seldschuken ein bedeutendes kulturelles und wissenschaftliches Zentrum mit den entsprechenden Bauten, die man heute noch bewundern kann. Architektonisch Interessierten sei die Besichtigung der Cifte Medressen (Giyasiye-Sifahiye, Baujahr 1205), der ersten mittelalterlichen Anatomieschule , und der Sahabiye-Medresse empfohlen. Eine der Cifte - Medressen dient heute unter dem Namen 'Gevher Nesibe' als medizin-historisches Museum. In der Nähe des Bedesten steht die (restaurierte) Ulu- Moschee aus dem 12. Jh. Die Haci Kilic-Moschee nördlich der Cifte-Medresse wurde 1249 gebaut.
Ein Ballonflug über Kappadokien
Ein Schluck Tee ist türkische Kultur
Im Güpgüpoglu-Herrenhaus, einem originalgetreu restaurierten alttürkischen Gebäude, befindet sich heute das ethnologische Museum. Ein Atatürk-Museum wurde im gegenüberliegenden Resit Aga-Herrenhaus eingerichtet.
In Develi südlich von Kayseri stehen drei wichtige Bauten der Seldschuken: die Ulu- Moschee und die Kümbets Seyidi Serif und Develi. Sultansazligi, ein Sumpfgebiet und Vogelparadies, steht unter Naturschutz. Nördlich von Kayseri liegen Kültepe, ein assyrisches Handelszentrum (Karum), eines der ersten Handelszentren der Hethiter und die erste Freihandelszone der Welt, dessen Fundamente heute freigelegt sind. Die Grabungsfunde können im archäologischen Museum von Kayseri bewundert werden. Auf demselben Weg steht in Sultanhan die gleichnamige Karawanserei, die zu Beginn des 13. Jahrhunderts unter Alaeddin Keykubat, einem Sultan der Seldschuken, erbaut wurde und heute ein viel besuchter Touristenort ist. 76 km südlich von Kayseri rauscht der Kapuzbasi- Wasserfall gespeist aus sieben Quellen, 30 bis 70 m tief ins Tal. In der Provinz Kayseri wird eine Jahrhunderte alte Teppich- und Kelimtradition gepflegt. Das östlich der Provinzhauptstadt gelegene Bünyan ist das bekannteste Teppichzentrum, das südwestlich davon liegende Yahyali ist für seine Kelims berühmt.
Nigde, das Nahita der Hethiter, liegt in einem Tal an der alten Handelsroute durch Anatolien zum Mittelmeer. Die Burg von Nigde verdankt ihre frühe Form den Seldschuken. Die Alaeddin-Moschee stammt aus derselben Periode. Aus dem 14. Jh. und der mongol-ischen Herrschaft stammen auch die Sungur Bey-Moschee und das Hüdavend Hatun-Kümbet, letzteres ein klassisches Beispiel anatolischer Grab-malsarchitektur. Die Ak-Medresse aus dem 15. Jh. ist heute archäologischer Museum. 10 km hinter der Stadt steht Eskigümüs, ein byzantinisches Kloster mit einer Säulenkirche und sehr gut erhaltenen Fresken aus dem 10. und 11. Jh.
Südlich von Nigde liegt Bor, eine hethitische Gründung. Zu den historischen Bauten gehören seldschukische Alaeddin- Moschee und der osmanische Bedesten. Wenn man in südlicher Richtung weiterfährt, kommt man nach Kemerhisar, der römischen Stadt Tyana. Einige Kilometer weiter stehen hethitische Ruinen und ein römischer Aquädukt.
Der Nationalpark Aladaglari liegt 50 km südöstlich von Nigde und ist ein Paradies für Bergwanderer und Alpinisten. Der Demirkazik (3756 m) ist die höchste Erhebung des Gebirges. Der Aufstieg zum Gipfel beginnt in dem gleichnamigen Dorf oder in Cukurbag. Viele der historischen Bauten in Aksaray sowie die Ulu-Moschee stammen aus dem 14.Jh. Die Kizil-Minarette sind wegen ihres attraktiven Ziegelwerks beachtenswert. Zwei der bekanntesten seldschukischen Karawansereien sind 40 km westlich der Stadt in Sultanhan (unter Alaeddin Keykubat erbaut) und 15 km weiter in Richtung Nevsehir Agzikarahan.
Der Melendiz hat einen tiefen Canyon, das heutige Ihlara-Tal, geschaffen. Byzantinische Felsenkirchen mit großartigen Fresken sind in die Abhänge der Schlucht eingehauen. Die bekanntesten Kirchen heißen Aga-Calti (DanieI), Yilanli (Schlangen) oder Apokalypse und Sümbüllü (Hyacinthen).
Güzelyurt in einem weiten Tal war schon in der prähistorischen Zeit besiedelt. Die eindrucksvolle Silhouette des Hasan-Vulkans steht wie eine Krone über der Stadt. Die unterirdischen Städte des Tales, in die Felsen gehöhlten Bauten, interessante einheimische Architektur, Kirchen, Kapellen und Moscheen zeigen alle Charakteristika Kappadokiens. Güzelyurt ist ein sympathischer Ort, dessen gast-freundliche Einwohner dem Besucher jederzeit einen angenehmen Aufenthalt ermöglichen.
Evren am Hirfanli-Stausee nördlich von Aksaray ist ein Ausflugsort mit ausgezeichneten Fischrestaurants. In der Provinz Aksaray stehen über 60 Kirchen, fünf byzantinische Burgen, 26 Karawansereien und viele Moscheen und Türben.
Textquelle: Ministerium für Kultur und Tourismus, überarbeitet von Peter Kaiser